|
Museum der Genozidopfer

Kontakte
Adresse: Aukų g. 2a, LT-01113, Vilnius.
Tel.: +370 5 249 81 55, +370 5 249 62 64.
Fax +370 5 249 74 27.
E-mail
muziejus@genocid.lt
http://www.genocid.lt/muziejus/
Das Museum wurde 1992 gegründet.
Seit 1997 ist das Museum Bestandteil des Departements für Erinnerungspflege
beim Litauischen Zentrum für Erforschung von Genozid und Widerstand der
litauischen Bevölkerung.
Direktor des Museums: Eugenijus Peikstenis.
Information für Besucher
Besuchszeiten:
Mittwoch – Samstag 10.00–18.00 Uhr.
Sonntag 10.00–17.00 Uhr.
Eintrittspreise:
Erwachsene: 6 Lt
Schüler, Studenten: 3 Lt.
Rentner,
ehemalige Deportierte und politische Häftlinge, wehrpflichtige Soldaten,
Insassen von Pflegeheimen, Mittarbeiter von Museen und Kinder unter 7 Jahren
haben freien Eintritt in das Museum.
Führung für Gruppen: 50 Lt.
Verleih von
Kopfhörern mit Tonbandaufnahme der Führung (englisch): 8 Lt.
Zusätzliche Leistungen
Führungen auf Vorbestellung.
Museumsbestände
Das Museum sammelt historisches Dokumentarmaterial über
Repressionen der Okkupationsregime gegen die litauische Bevölkerung
1940–1990, Dokumentation über den antisowjetischen und antinazistischen
Widerstand sowie Angaben über die Genozidopfer und Personen, die an den
Freiheitskämpfen beteiligt waren.
Dauerausstellungen
KGB Gefängnis
Der wichtigste Ausstellungsteil des
Museums ist das innere NKVD–MGB–KGB -Gefängnis (Untersuchungsgefängnis), das
im Herbst 1940 im Gebäudekeller eingerichtet wurde, gleich nach der
Okkupation von Litauen durch die Sowjetunion. Damals gab es über 50 Zellen.
Erst Anfang der 60er Jahre, als der antisowjetische Widerstand schon
unterdrückt war, wurde die Mehrzahl der Zellen für die Aufbewahrung von
KGB-Archiven übergeben. In den restlichen 23 Zellen (später sind 19
geblieben) wurden auch weiter Andersdenkende und die Kämpfer für die
Menschenrechte eingesperrt. Das Gefängnis befindet sich in dem Zustand, wie
es im August 1991 verlassen wurde. Die Museumsbesucher haben die Möglichkeit,
19 Zellen der allgemeinen Bestimmung, Zimmer des diensthabenden Offiziers,
Wachstube, Zimmer für die Abnahme von Fingerabdrücken, Zimmer für
Leibesvisitationen, “weiche” Zellen, Karzer, Freiganghöfe zu besichtigen. In
manchen Zellen sind kleine thematischen Ausstellungen (u. a.über verfolgte
Geistliche) eingerichtet.
Erschießungskammer
In Vitrinen ausgestelltes historisches
Dokumentarmaterial berichtet von der Prozedur, Brutalität der
Strafvollstreckung, vom unmenschlichen Umgang mit Körpern der Ermordeten.
Unter Glasfußboden sind auf dem Gräbergelände in Tuskulėnai und in der
Erschießungskammer gefundene Gegenstände ausgestellt: Schuhe, Knöpfe,
Brillen...
„Litauen 1940–1941: Verluste beginnen...“
In der Ausstellung wird die
internationale Situation Litauens Ende 40er Jahre dargestellt. Es wird
gezeigt, wie Moskau mit Hilfe der Einheimischen die Souveränität der
Republik Litauen allmählich vernichtete, das
Regierungssystem, das in den Unabhängigkeitsjahren gebildet wurde,
zerstörte, die kommunistische Ideologie einpflanzte und die Bevölkerung
deportierte und einsperrte. In den letzten Jahrzehnten der Existenz des
sowjetischen Repressionsapparates arbeitete in diesem Zimmer der
stellvertretende Leiter des inneren Gefängnisses. Es werden Möbel,
Gebrauchsgegenstände aus den 50er Jahren ausgestellt, manche
Innenausstattungsdetails sind rekonstruiert.
Partisanenkrieg 1944–1953
Nach der nazistischen Okkupation von Litauen durch Deutschland, die drei
Jahre lang dauerte, marschierte im Juli 1944 die sowjetische Armee wieder in
Litauen ein. Im Land begann der Partisanenkrieg für die Wiederherstellung
der Staatsunabhängigkeit, der neun Jahre dauerte. Die Ausstellung zeigt die
territoriale Struktur der Partisanen sowie militärische Organisation,
Bestrebungen und Alltagstätigkeiten der Freiheitskämpfer. Es werden
authentische Unterlagen der Widerstandsbewegung „Sąjūdis“ ausgestellt,
periodische und andere Veröffentlichungen, Manuskripte, persönliche Sachen,
Fotos, die die Gesichter von Freiheitskämpfern, ihre seltenen Feste,
Verabschiedungsaugenblicke mit Mitkämpfern verewigen.
Ungleicher Kampf (Unterdrückung des bewaffneten Widerstands)
In der Ausstellung wird anhand von historischem Dokumentarmaterial gezeigt, wer
die Durchsetzung der sowjetischen Macht in Litauen dirigierte und welche
Dienststellen den bewaffneten antisowjetischen Widerstand unterdrückten.
Mittels Dokumenten und Videomaterials werden die Methoden, die die
Vollstrecker direkter Repressalien – Miltär-, Liquidierungs-, Henkergruppen
– angewandt haben, und ihre Folgen aufgezeigt.
Litauische Bevölkerung im Gulag: 1944–1956
In der zweiten Hälfte des Jahres 1944, als Litauen von der Sowjetunion
wieder okkupiert wurde, wurden sofort die Repressalien gegen die friedliche
Bevölkerung wiederaufgenommen. Im Museumssaal, der den politischen
Gefangenen des Gulags gewidmet ist, wird historisches Dokumentarmaterial
ausgestellt, das Ausmaß und Motive der Repressalien, das sowjetische
Strafrechtssystem und die besonders schweren Arbeits- und Alltagsbedingungen
der Gefangenen zeigt. Es werden Bekleidung, Schuhe, die in Lagern getragen
wurden, von Gefangenen selbstgemachte Kreuze, Gebetsbücher und Glückwünsche
für Schicksalsfreunde ausgestellt.
Deportationen: 1944–1953
Deportation – die massenhafte Verbringung der
Bevölkerung aus ihrem Heimatland in entfernte Gebiete der Sowjetunion – war
eine der brutalsten Maßnahmen des sowjetischen Regimes gegen die
Landbevölkerung. Historisches Dokumentarmaterial der Ausstellung berichtet
davon, wie die Deportation organisiert und durchgeführt wurde, welchen
Rechtslage und Lebensbedingungen die Deportierten ausgesetzt waren und
stellt statistische Daten der Deportation vor. Die Szenen aus Dokumentar-
und Spielfilmen sowie Aufnahmen von Friedhöfen in Sibirien ermöglichen, das
Schicksal und die Erlebnisse der Menschen nachzuempfinden, die schmerzhafte
Demütigung und Unrecht erlebt haben.
 |
 |
 |
 |
 |
|
Der KGB-Gefängnis |
Die Hinrichtungskammer |
Litauen in den Jahren
1940 und 1941: die
Verfolgungen zu
starten ... |
Der
Partisanenkrieg
zwischen 1944 und 1953
|
Ein ungleicher Kampf (Niederschlagung
des bewaffneten Widerstands) |
KGB 1954–1991
Anhand von Dokumenten, die die KGB-Tätigkeit reglementierten, erhaltenen
Arbeitsmitteln, methodischem Material, Formularen und anderem
Dokumentarmaterial wird in der Austellung versucht, die Tätigkeitsrichtungen
und -methoden des KGB und seinen Platz im sowjetischen Politiksystem
aufzuzeigen. Im Gesprächsüberwachungszimmer werden erhaltene
Überwachungsanlagen und Möbel ausgestellt, manche Innenausstattungsdetails
sind rekonstruiert.
Wechselausstellungen
Das Museum veranstaltet Ausstellungen zu
historischen Themen.
Abteilungen des Museums
Historische Abteilung Abteilung fur Inventur und
Ordnung der Bestände Wirtschaftsabteilung.
|