VILKAVISKIS

Verwaltunszentrum eines Bezirks an der Grenze zum Gebiet Kaliningrad (ehem.  Ostpreußen), das jetzt zur Russischen PaezeriaiFöderation gehört. Die Ortschaft ist schon seit dem 14. Jahrhundert bezeugt. Im Jahre 1620 hat der
Fürst Jan Pac eine Kirche gebaut, und nur einige Jahre später, 1623, stand hierim toleranten Litauen war dies möglich eine Synagoge. Stadtrechte nach dem Magdeburger Recht erhielt Vilkaviskis im Jahre 1660. Nach der Dritten Polnischen Teilung (1795) ging das Städtchen an Preußen und kam erst 1807 zu Rußland. Über die Beschäftigung der Bürger der Stadt sowie über ihre Freizeithobbies sagen wohl folgende Angaben einiges aus: Im Jahre 1801 gab es im Städtchen 314 Schornsteine, 7 Gassen, 28 Kneipen, 23 Bierbrauereien, 35
Schnapsdestillen und 2 Mühlen. 

Am 21. Juni des Jahres 1812 zog hier Kaiser Napoleon ein und schrieb eine Deklaration, in der er Rußland seinen Feind nennt. Dies war die quasi-offizielle Kriegserklärung, denn eine andere gab der Korse nicht ab, sondern er marschierte unverzüglich gegen Moskau.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Vilkaviskis zu 90 Prozent zerstört, sodaß auch all die Steinhäuser aus der preußischen Zeit verschwunden sind.

Vilkaviskis ist eine der sechs Bischofsstädte Litauens. Der Dom der Ersche-nung der Heiligen Mutter Maria wurde 1946 aus der russisch-orthodoxen Kirche in ein katholisches Heiligtum verwandelt, denn die alte Kirche fiel dem Krieg zum Opfer.

Aus "Durch Litauen und ehemaliges Ostpreusen". Vilnius, „Mokslas", 1990

 


  © Das litauische Museum für bildende Kunst, 2001
  © Die Redaktion des samogitischen Kulturvereins, 2001
  © Samogitia Kulturstiftung, 2001
  © Institut für Mathematik und Informatik, 2001

Erneut: 2003.06.10
Anregungen, Fragen: samogit@delfi.lt