PLUNGE 

Das Bezirksverwaltungszentrum im Herzen der Zemaitija liegt am Babrungas, der im Plateliai See entspringt und in die Minija (Minge) fließt.

PlungeDie Stadt begann mit dem Schloß Gandinga, das schon 1567 als Sitz eines Lehnherren genannt wird. Stadtrechte hat sie 1792 erhalten. Ansonsten zeichnet sich Plunge oicht durch besondere historische Ereignisse aus.

Das Weicnbild der Stadt wird bestimmt von der Kirche des Heiligen Johannes des Täufers, einem Backsteinbau, an dem zwischen 1902 und 1933 gebaut wurde. Neben der Kirche steht ein bescheidenes Holzhäuschen, aber nun ist es dadurch berühmt, daß im Jahre 1909
der Maler-Komponist Konstantinas Ciurlionis mit seine Frau, der Schriftstellerin Sofija Kymantaite hier wohnte. Er hat sie dann in der Kirche des Nachbarortes Sateikiai geehelicht. Aber das Häuschen ist nicht mehr das alte, sodaß wir einen leider nicht originalen Hort des Honigmondes der beiden litauischen Berühmtheiten vor uns haben.

Im Park hinter der Brücke über den Babrungas steht das Schloß. Es wurde von dem deutschen Architekten Karl Lorenz für den Fürsten Mykolas Oginskis im Jahre 1879 errichtet. Der Bau ist ganz im historisierenden Zeitgeschmack im Renaissancestil ausgeführt und war einer der schönsten Paläste in Litauen. Leider sind nur noch die Seitenflügel sowie der Roßstall im neugotischen Stil und weiter im Park das Haus des Gärtners, das den
Palazzo Vechio in Florenz imitiert, erhalten geblieben. Die Anlage war also ein komplettes bauhistorisches DisneyLand. Im Schloß war von 1872 bis 1902 eine Musikschule tätig, die auch Ciurlionis (1889 - 1892) besucht hat. Eine Sehenswürdigkeit im Park ist die Eiche des
Perkünas (der heidnische Donnergott und Göttervater). Sie mißt 25 Meter Höhe und 1,65 Meter im Durchmesser. Berühmt ist der kunsthandwerkliche Betrieb "Minija", dessen Erzeugnisse sich an Traditionen der litauischen Volkskunst halten und sich daher als 
Souvenirs oder gar ethnographische Ausstellungsstücke bei Museen und Sammlern reger Nachfrage rühmen dürfen. Beim Betrieb ist eine Ausstellung der eigenen Produktion zu besichtigen, und im Verkaufsladen kann man etwas davon erstehen.

Aus „Durch Litauen und ehemaliges Ostpreussen". Vilnius „Mokslas", 1990


  © Das litauische Museum für bildende Kunst, 2001
  © Die Redaktion des samogitischen Kulturvereins, 2001
  © Samogitia Kulturstiftung, 2001
  © Institut für Mathematik und Informatik, 2001

Erneut: 2003.06.10
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