JURBARKAS
Bezirkszentrum.
Hier, wo die Imsre in die Mituva, und diese in den Nemunas fließt, am
Rande des Forsts von Smalininkai Viesvile, stand einst eine Schüttburg
(sie wird jetzt Bispiliukas oder Kalnenai genannt). Nach ihrer Eroberung
hat der Deutsche Orden im Jahre 1259 die Georgenburg errichtet. Sie
wurde einer der am weitesten im Litauerland vorgeschobenen Posten und
wurde erst nach der Schlacht bei Tannenberg im Jahre 1410 aufgegeben.
Unweit von ihr hatten die Litauer ebenfalls eine Burg errichtet. Sie
stand am jetzigen nördlichen Stadtrand auf dem Schüttberg Bispilis an
der Imsre. Erst nachdem die Deutschordensherren ihre Feste verlassen
hatten, begann die Stadt zu wachsen, und im 16. Jh. war sie schon ein
bedeutenderer Handelsplatz mit einem Zollamt am Strom. 1611 erhielt
Jurbarkas (der Name stammt vom lautlich verschliffenen
"Gorgenburg") Stadtrecht. Aber mit dem Bau der Eisenbahnen
verlor der Ort an Bedeutung.
Im Stadtpark steht ein Denkmal für Vytautas den
Großen, das vom ortsansässigen Bildhauer V. Grybas (1890-1941)
geschaffen wurde. Von ihm stammen auch die Gipsstatuen der Heiligen
Peter und Paul in der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit (gebaut
1902-1907). Der Künstler wurde schon während der ersten Kriegstage von
den Nazis erschossen. Zu seinen Ehren wurde nun ein Denkmal errichtet.
Durch Litauen und ehemaliges Ostpreussen".
Vilnius, Mokslas", 1990