JONISKIS

Bezirkszentrum im Ziemgale-Tal, ganz im Norden an der Grenze zu Lettland. Die Anfänge der Stadt gehen ins 16. Jh. zurück, und eigentlich wurde es vom Dorf Kalnelis aus, 4 Kilometer westlich der jetzigen Stadt, gegründet. 1523, als der Bischof Jonas Kurland visitiert hat, stieß er hier auf Heiden - mehr als ein Jahrhundert nach der offiziellen Taufe Litauens! Im Bestreben, auch sie zu bekehren, befahl er, hier eine Kirche zu bauen, die er nach seinem und des Heiligen Johannes Namen taufte. Nach einem Brand im Jahre 1595 zog die ganze Gemeinde an den jetzigen Ort um, an die Straße von Riga nach Tilsit. 1616 erteilte der polnisch-litauische König Sigismund Vasa Joniskis die Stadtrechte.

Die tragische Geschichte Litauens in diesem Jahrhundert simbolisieren zwei unweit voneinander stehende Denkmale: das für die gefallenen Rotarmisten, das nach dem 2. Weltkrieg errichtet wurde, und ein anderes, für die Gefallenen Unabhängigkeitskämpfer, das 1928 errichtet, 1961 abgerissen, und 1989 wiedererrichtet wurde...

Der alte Marktplatz inmitten der Stadt hat leider durch die neuen Protzbauten der 70er Jahre viel von seinem Charme verloren.

„Durch Litauen und ehemaliges Ostpreussen". Vilnius, „Mokslas", 1990


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Erneut: 2004.04.26
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