JONAVA

Stadtwappen JonavaBezirkszentrum, an beiden Seiten der Neris nördlich von Kaunas gelegen. Hier steht die gigantische Mineraldüngerfabrik "Azotas", deren Schädlichkeit für die Umwelt nicht mehr angezweifelt werden kann, spätestens seit 1989, als ein Chemikalienbehälter explodierte, und ein riesiges Lagerhaus mit Düngern in Brand steckte. Damals mußten die Einwohner aus einigen Bezirken evakuiert werden, die Spezialisten ußten nicht, wie sie überhaupt löschen sollen. Man ging einfach mit Wasser gegen die Flammen vor und hatte Glück. Nach einigen Wochen war der Brand zwar gelöscht, aber man ist bis auf den heutigen Tag nicht sicher, welche Umweltgifte damals entwichen. Seitdem ist die Produktion von Pestiziden eingestellt worden.

Die Geschichte der Stadt ist nicht alt. Im 17. Jahrhundert hat ein Stallmeister namens Kosakowski in der Nähe des Gutes Skaruliai eine Ortschaft gegründet, der er den Namen seines Sohnes Jonas gab. Der Ort lag verkehrsmäßig günstig, gedieh kräftig und konnte
schon 1791 an den Bau der Kirche des Apostels Jakob gehen. An der Kirche ist das Kloster der Marijanermönche erhalten geblieben. Durch die Rekonstruktion der Anlage vor dem Kriege wurde die Kirche allerdings erheblich verändert. Im Nachbarort Skaruliai gibt es die architektonisch bedeutende Kirche der Heiligen Anna, die 1622 gebaut wurde und sowohl gotische (das spitze Dach, die Fenster und die Nischen), als auch Renaissancestilelemente vereinigt. Wertvolle Holzschnitzereien aus dem 18. Jh. sind im Innern zu besichtigen. 2 Kilometer in Richtung Ukmerge gibt es ein berühmtes Ausfluglokal "Pas Loki," (Zum Bären), das am Ufer des Baches Loke gelegen ist. 

„Durch Litauen und ehemaliges Ostpreussen". Vilnius, „Mokslas", 1990


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Erneut: 2004.04.26
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