DRUSKININKAI

Stadtwappen  DruskininkaiDie bezirksunabhängige Stadt ist geradezu im Fichtenwald verborgen. Von wo her man auch kommt, sie taucht unvermittelt hinter Bäumen auf und man ist mitten in ihr. Die Fichtenwälder, Heiden, Seen und der Nemunas schaffen ein erholsames, eigenes Mikroklima, das jeder Gast sofort spürt, sobald er die würzige, frische Luft des Kurorts atmet. Aber seinen Ruf hat sich Druskininkai hauptsächlich durch die Mineralwasser quellen erworben.
Schon im 18 Jahrhundert, so erzählt man, habe hier ein gewisser Doktor Sürutis (von sürus - salzig) mit großem Erfolg praktiziert, indem er seine Patienten angeblich in Mineralwassertonnen badete. Die Kunde erreichte auch den Königshof, und Stanislaus August erließ 1794 ein Dekret, durch das er Druskininkai zur Heilstätte erklärte. Aber einen wissenschaftlichen Ruf erhielt der Ort erst durch das Gutachten des Universitätsprofessors von Vilnius, den Polen Ignaz Fonberg, der die Heilkraft bestätigte und die Gründung eines Heilbades empfahl. 1837 befürwortete die Regierung seine Vorschläge, und bald war auch das erste Sanatorium für die Beamten des Reiches gebaut. Die Einheimischen hatten keinen Zutritt, außer als Bedienstete. Der Ort blieb auch dann noch russisch, als das Gebiet um Vilnius 1939 von Stalin anläßlich der sicheren Annexion Litauens an die Zwangsverbündete "zurückgegeben" wurde. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg hat Weißrußland das Gebiet an die nunmehrige "Schwesterrepublik" übergeben. Aber irgendwelche staatsrechtlich verbindliche Verträge über diesen Vorgang gibt es nicht. Nach der Erklärung über die Wiederherstellung der Unabhängigkeit Litauens vom 11. März 1990 haben weißrussische Regierungsvertreter, und das noch nach altem Schema gewählte Parlament erklärt, sie würden das Gebiet ^zurückverlangen. So bleibt hier ein ungelöstes zwischenstaatliches Problem, das bei Bedarf hervorgeholt werden kann.
Die Mineralwasser von Druskininkai gehören zur Gruppe der Natrium Kalzium-Chloride. Gegenwärtig werden einige Bohrquellen genutzt. Beliebt ist die Quelle "Grozis" (lit. - Schönheit), die aus 328 Metern Tiefe emporsprudelt. Eine andere Quelle nennt sich SQrutis, nach dem ersten "Wasserdoktor". Beide Quellen haben einen Mineralisationsgehalt von 52 - 54 Gramm Salz pro Liter. Andere Quellen haben einen Gehalt von 14 bis 7 Gramm pro Liter. Getrunken werden Mineralwässer mit einem Gehalt von 6 bis 4 Gramm. Diese Heilquellen zusammen mit den Anwendungen von Bädern, Schlamm- und Fangopackungen sollen gegen Verdauungsstörungen, Herz- und Kreislaufbeschwerden, Nervenschmerzen und Atemwegsverengungen, gegen Frauen- und Stoffwechselkrankheiten helfen, wobei die Verkalkungen des Bewegungsapparats nicht vergessen werden, usw., usf. Die Autoren meinen, daß nicht so sehr die Wässerchen, als die erholsame Atmosphäre und das Gefühl, etwas für seine Gesundheit zu tun, sich entspannen und neue Kräfte schöpfen zu können, also die psychologische Komponente dem Kranken am meisten helfen. Und in dieser Hinsicht ist Druskininkai tatsächlich ein Spitzensanatorium: absolute Ruhe in einer herrlichen Umgebung. In den Fichtenwäldern geht der Wanderer wie auf einem Teppich aus Tannennadeln, in den Seen kann man angeln und "wild" baden. Wenn erst einmal die Speiselokale Besseres und
höflicher zu bieten haben, dann wird sich dieses Heilbad durchaus mit westlichen Standarts messen können.
Gegenwärtig gibt es 10 Sanatorien, in denen 6000 Erholungs- und Gesundheitssuchende gleichzeitig betreut werden können. Das neue Zentrum für Balneophysiotherapie sieht mit seinen kreisförmig ineinander übergehenden Gebäudeflügeln nicht nur architektonisch zeitgemäß aus, sondern beschäftigt auch ausgezeichnete Spezialisten. Der Hauptplatz der Stadt am gereinigten Druskonis-See ist recht abwechslungsreich. Zudem soll noch ein Unterhaltungskomplex entstehen. Hier steht auch die neugotische Kirche der Heiligen Maria Skaplierine, die in den Jahren von 1922 bis 1931 von dem Architekten S. Schiller rekonstruiert wurde. Das barock-kreisrunde moderne Sanatorium vom Architektenehepaar Silinskas gebaut - fällt ebenfalls auf. Die überall verteilten Plastiken sind eher dekorativ, als künstlerisch zu bewerten.
Für die Kulturgeschichte Litauens erh/ält Druskininkai dadurch Bedeutung, daß hier die Kindheit des Malers und Komponisten Mikalojus Konstantinas Ciurlionis verlief, und er auch als Student zu Besuch bei seinen Eltern weilte. 1975, als man den 100sten Geburtstag -des verehrten Landsmanns feierte, wurde sein Bildnis in Stein eingeweiht - eine recht gelungene Skulptur von V. Vildziünas. Es steht am Rande des Parks , am hohen Ufer des Nemunas. Das Memorialmuseum des Künstlers wurde im nisch zeitgemäß aus, sondern beschäftigt auch ausgezeichnete Spezialisten. Der Hauptplatz der Stadt am gereinigten Druskonis-See ist recht abwechslungsreich. Zudem soll noch ein Unterhaltungskomplex entstehen. Hier steht auch die neugotische Kirche der Heiligen Maria Skaplierine, die in den Jahren von 1922 bis 1931 von dem Architekten S. Schiller rekonstruiert wurde. Das barock-kreisrunde moderne Sanatorium - vom Architektenehepaar Silinskas gebaut - fällt ebenfalls auf. Die überall verteilten Plastiken sind eher dekorativ, als künstlerisch zu bewerten.

Hause seiner Verwandten untergebracht. Es befindet sich in der Ciurlionio Straße 41. Hier hat er einige Bilder gemalt, das symphonische Poem "Miske" ( Im Walde) komponiert. Während der Saison finden gegenüber Konzerte mit seinen Werken statt.
In der Umgebung gibt es ein sehenswertes Förstereimuseum an der Straße in Richtung Vilnius. Das Tal von Reigardas -in Richtung Grodno-ist sehr schön. Die Sage berichtet, daß hier einst eine Stadt gestanden habe, deren Bürger übermäßig zur Wohllebe neigten, und damit Blitz und Donner des Perkunas (der höchste Gott des heidnischen Pantheons, Donnergott, wie Zeus) auf sich heraufbeschworen und so untergegangen und von der Erde verschluckt worden seien - ein litauisches Sodom. Die unter die Erde Verbannten suchten seitdem einen Ausgang nach oben, aber der ist von einem riesigen Teufelsstein versperrt, der unweit des Dorfes Svendubre liegt. Die salzigen Wasser von Druskininkai finden ebenfalls eine Erklärung: es sind die Tränen der Verfluchten.

„Durch Litauen und ehemaliges Ostpreussen". Vilnius, „Mokslas", 1990


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Erneut: 2004.04.26
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